Zu Ostern: Bio-Eier

Vergleich konventioneller Eier mit Bio-Eiern, von Wissenschaftlern der Universität Hohenheim:

Die ausgewogenere Ernährung macht’s: Frei laufende Bio-Hühner picken auf der Wiese öfter Kamille oder andere Pflanzen mit ätherischen Ölen. Dadurch haben Bio-Eier ein besseres Aroma und durch das vermehrte Fressen von Pflanzenbestandteilen öfter höhere Gehalte an Omega-3-Fettsäuren.

Das Eiklar von Bio-Eiern hat häufiger auch eine bessere Konsistenz. Es ist fester und gallertiger. Geflügelwissenschaftler Prof. Dr. Grashorn von der Universität Hohenheim erklärt: „Das ist auf höhere Aktivitäten der Eiklarenzyme und das stärker ausgebildete Immunsystem der Bio-Legehennen zurückzuführen.“

Dagegen führt Freilandhaltung dazu, dass Bio-Legehennen etwas weniger Nährstoffe bekommen, insbesondere die essentiellen Aminosäuren und die Energiebilanz sind geringer. Dadurch verringert sich der Dotteranteil.

„Generell ist die Keimbelastung aber etwas höher“, so Prof. Dr. Grashorn. „Häufiger auftretende Infektionen der Bio-Legehennen führen auch dazu, dass die Schalenfarbe ihrer Eier variabler ist. Eier aus konventioneller Bodenhaltung haben eine einheitlichere Schalenfarbe.“

Die Dotterfarbe von Bio-Eiern ist weniger intensiv. Sie sind blasser, eher gelb. „Das liegt daran, dass im Bio-Landbau keine synthetischen Farbstoffe als Futterzusatzstoffe eingesetzt werden dürfen“, so Prof. Dr. Grashorn.

Die konventionelle Haltung darf Farbstoffe einsetzen, die Eidotter von diesen Eiern sind daher eher intensiv orange. „Das Einzige, das man mit Sicherheit an der Dotterfarbe überprüfen kann, ist: Bio-Eier mit intensiv gefärbtem Dotter sind wohl eher untergeschobene, konventionelle Eier“, erklärt Prof. Dr. Grashorn.

„Im Allgemeinen wollen die deutschen Verbraucher, vor allem im mittel- bis süddeutschen Raum, intensiver gefärbte Dotter. Entsprechend werden diese auch vermehrt im Handel angeboten. Selbst die Holländer produzieren speziell für den deutschen Markt Eier mit intensiv orange gefärbten Dottern, während sie selbst gelbe Dotter bevorzugen.“

Hintergrund: Ostereier und Osterhase

In Deutschland legen ca. 45 Mio. Legehennen über 40 Mio. Eier täglich. Warum Ostereier nicht von einem Huhn, sondern von einem Hasen gebracht werden, ist nicht eindeutig geklärt. Bis zum Mittelalter waren immer wieder andere Tiere die Überbringer, zum Beispiel Fuchs, Auerhahn, Hahn, Storch, Kuckuck oder Kranich.

In den letzten Jahrhunderten hat diese Aufgabe unumstritten der Hase übernommen. Umstritten ist aber, warum das so ist. Die gängigste Erklärung: Sowohl Hasen als auch Eier stehen im Frühling für Fruchtbarkeit, Erneuerung und Nachwuchs. Eltern sollten aber darauf achten, ihren Kindern zu erklären, dass nicht der Osterhase, sondern die Hühner für das Eierlegen zuständig sind.

Quelle: Universität Hohenheim